Wie Jäger im Ersten Weltkrieg durch sich drehende Propeller feuerten

Wie Jäger im Ersten Weltkrieg durch sich drehende Propeller feuerten

14.09.2022 0 By admin

Der Erste Weltkrieg war ein beispielloser Impuls für die Entwicklung der Militärtechnologie, insbesondere der Luftfahrt. Zu Beginn des Konflikts war die Luftfahrt primitiv, führte Aufklärungsmissionen durch, die einzige Waffe an Bord des Flugzeugs war die persönliche Waffe des Piloten.

Das Wettrüsten brachte die Luftfahrt schnell auf ein neues Niveau. Eine der ersten Erfindungen, die die Möglichkeit des vollwertigen Schießens aus einem Flugzeug eröffnete, wurde von Roland Garros erfunden. Im Dezember 1914 rüstete er den Propeller seines Morane-Saulnier Typ L Eindeckers mit Metallkeilen aus, um seine eigenen Kugeln davon abzuhalten, die Rotorblätter zu treffen.

Das Design hatte erhebliche Mängel. 7 bis 10 Prozent der wertvollen Kugeln trafen die Reflektoren und gingen «in die Milch». Gleichzeitig wurde der Propeller schwerer, was zu einer Verringerung der Flugleistung um etwa 10% führte. Die Feuerkraft hat sich jedoch gelohnt.

Schraube mit Reflektoren, die die Deutschen aus dem Flugzeug Garossa entfernt haben

Am 18. April 1915 musste Garros hinter den feindlichen Linien landen. Obwohl er versuchte, sein Flugzeug zu verbrennen, bevor er gefangen genommen wurde, scheiterte er und sein Entwurf fiel in die Hände der Deutschen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie jedoch bereits ihre eigene Lösung für das Problem.

Und bereits im Juni 1915 wurde am Himmel über der Westfront eine Neuheit der deutschen Luftfahrt, das Eindecker-Eindecker Fokker E.1, bemerkt. Seine hohe Effizienz verdankt er einem intelligenten Gerät des niederländischen Ingenieurs Anthony Fokker, das es ermöglichte, aus einem Maschinengewehr zu schießen, ohne den Propeller zu treffen: den Synchronizer.

Vor dem Hintergrund des Fokker E.1 Eindecker waren alle anderen Jäger stark veraltet und hatten im Luftkampf praktisch keine Chance. Fast ein halbes Jahr lang hatte die deutsche Luftfahrt eine enorme Überlegenheit am Himmel.

Fokker E.1 Eindecker

Der Synchronisierer drückte mit einer Nocke auf der Propellerwelle einen Schaft, der wiederum den Abzug drückte. Die Kamera wurde erst dann zum Feuern gebracht, wenn sich die Klingen in der erforderlichen Position befanden und der Weg für die Kugel frei war. Damit das Maschinengewehr bei laufendem Motor nicht ständig feuert und auch um den Verschleiß zu minimieren, wurde der Abzugshebel zum letzten Teil des Mechanismus.

Obwohl das ursprüngliche Fokker-Design den deutschen Jägern einen großen Vorteil verschaffte, war es sehr begrenzt, da es nur mit einem einzigen Maschinengewehr funktionieren konnte. Es fehlte ihr an Haltbarkeit, was in Kombination mit schwerer Wartung viele Probleme verursachte.

Später entwickelte Fokker ein verbessertes System, bei dem die Zündnocken zu den Kanonen selbst bewegt wurden und die Motordrehung mit flexiblen Antriebswellen auf die Nocken übertragen wurde. Da jede Waffe eine eigene Nocke hatte, wurde eine individuelle Anpassung möglich. Nun konnte das Flugzeug mit mehreren Maschinengewehren bewaffnet werden. Die verbesserte Synchronisierung wurde ab Sommer 1917 eingesetzt, das neue System blieb bis Kriegsende der Standard für die deutsche Luftfahrt.

Fokker-Synchronisierer-Prototyp

Im November 1917 entwickelten die Briten einen hydraulischen Synchronisierer, der jedoch ein Jahr später an Bedeutung verlor. Schließlich waren bereits nach Kriegsende am 11. November 1918 mechanische und hydraulische Synchronisierungen weitgehend durch elektrische ersetzt worden.

Und in den 1930er Jahren hatte die Verwendung von Synchronisierern im Allgemeinen ihre frühere Relevanz verloren. Flugzeugstrukturen sind viel stärker geworden, und daher war es notwendig, die Bewaffnung der Luftfahrt erheblich zu verstärken, um Luftziele effektiv zu zerstören. Dafür wurde ein System entwickelt, mit dem Sie Maschinengewehre und Kanonen in den Flügeln installieren können.

Wie der Synchronizer funktioniert, sehen Sie im Video unten ab 0:40.