Kann man den Klang einer CD mit einem Rasiermesser verbessern? Projekt Audio-Desk-System

Kann man den Klang einer CD mit einem Rasiermesser verbessern? Projekt Audio-Desk-System

14.09.2022 0 By admin

Wir sind oft überrascht von den seltsamen Entscheidungen, zu denen Menschen greifen, um den Klang ihres Audiosystems um jeden Preis zu verbessern. Da fallen einem sofort exotische Lautsprecherflachkabel, der Preis eines Autos, handgefertigte Audioverstärker oder die Digitalisierung von Vinyl in extrem hoher Auflösung ein.

Die meisten dieser bekannten audiophilen Tricks sind bestenfalls dubios, aber YouTuber Techmoan hat kürzlich ein Thema angesprochen, das viele damals übersehen haben: das Rasieren von CDs mit einem Gerät, das Anfang der 2000er Jahre als «CD-Klangverstärker» angepriesen wurde.

Wie es funktioniert?

Nach Angaben des deutschen Herstellers Audio Desk Systeme wird durch die Streuung von Laserlicht (das in CD-Playern verwendet wird) die Qualität des aus CDs extrahierten Tons erheblich reduziert. Und die vorgeschlagene Lösung für dieses Problem besteht darin, mit einer Klinge einen Teil der Schutzschicht am Rand der Scheibe abzuschaben und eine 36-Grad-Fase anzubringen, in der das Licht konzentriert und absorbiert wird.

Dazu musste nach der Bearbeitung der Scheibe die Fase mit einem schwarzen Marker aus dem Bausatz übermalt werden. Die wissenschaftliche Begründung für dieses Projekt wurde auf der offiziellen Website veröffentlicht, und die entsprechende Seite ist dank des Webarchivs immer noch online zu finden.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Gerät um eine Kiste, in der sich eine rotierende Plattform mit Riemenantrieb, eine Rasierklinge mit Schloss und ein Loch zum Anschließen eines Staubsaugers befindet. Auf der einen Seite mutet die Erfindung der Audio Desk Systeme etwas lächerlich an. Auf der anderen Seite haben einige Handwerker mit Hilfe eines normalen Markers sogar einmal den Kopierschutz von CDs umgangen.

Wie viel hat es gekostet, die CD zu aktualisieren?

Solche Exemplare auf Ebay und anderen Seiten werden jetzt für 400 – 1150 Dollar verkauft.

Die deutsche Erfindung erschien 1999 im Einzelhandel zu einem Preis von 495 US-Dollar für die Basisversion, was 896 US-Dollar in modernem Geld entspricht. Diese Version war mit einer «Basis» -Klinge mit einer Ressource von etwa 400-Discs ausgestattet. Eine Pro-Version war auch für 550 $ erhältlich, ausgestattet mit einer gehärteten Klinge, deren beanspruchte Ressource fünfmal höher war. Ersatzklingen wurden separat für 35 USD bzw. 90 USD für die Basis- bzw. Pro-Version verkauft.

In den Neunzigern und Anfang der 2000er Jahre gab es jedoch eine alternative, viel kostengünstigere Möglichkeit, Disketten zu verbessern – einen speziellen «grünen Filzstift». Es wurde auch entwickelt, um gestreutes Licht von einem Laser zu absorbieren. Dieses Tool wurde bereits 1998 auf ixbt erwähnt, wobei schon damals seine Wirksamkeit in Frage gestellt wurde.

Spezialmarker für CD

Aber ein Gadget für 500 «Evergreens» ist kein Spiel für einen Filzstift, oder? Daher wurden in den Broschüren weitere Vorteile von Rasierscheiben angegeben: Reduzierung von Vibrationen im Player und sogar Verbesserung des wiedergegebenen Bildes von DVD. Fachpublikationen wie Stereophile , Hi-Fi News, hi-fi + und viele andere lobten die deutsche Erfindung mehr als die anderen und stellten die gesteigerte Detailtreue und Reinheit des Klangs fest.

Ändert sich der Klang in der Praxis?

Nach den archivierten Daten der offiziellen Website zu urteilen, verkaufte sich dieser Disc-Rasierer zu Tausenden, und es gab auch keinen Mangel an positiven Bewertungen. In der Realität hat dieses Gerät jedoch kaum einen Nutzen. Techmoan hat seine Arbeit auf zwei CDs von The Dave Brubeck Quartet – Time Out überprüft. Der Enthusiast konnte den Klangunterschied nicht mit dem Gehör hören. Danach verglich er die digitalisierten Dateien von Original- und „bearbeiteter“ Disc mit einem Audio-Editor und stellte auch keine Unterschiede fest.

Es scheint, dass die Debatte darüber, wie sehr sich kleine Änderungen an der Ausrüstung auf den Klang auswirken, niemals aussterben wird. Leider funktionieren die meisten einfachen und (nicht immer) billigen „Lifehacks“ nur als Placebo, und es ist viel schwieriger, eine ernsthafte Verbesserung der Klangqualität zu erreichen.

Quelle : www.hackaday.com